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Wir Wienerinnen und Wiener sind Menschen aus 183 Ländern der Erde. Wir leben, wohnen und arbeiten in einer der lebenswertesten Städte der Welt. Wir kommen in all unserer Unterschiedlichkeit seit langem weitgehend gut miteinander aus. Wo es Probleme im Zusammenleben gibt, versuchen wir, sie zu lösen. Gemeinsam, friedlich, mit Nachdruck, wenn nötig. Denn Wien soll ein guter Platz zum Leben bleiben. Das Wien, das mitten in einer Zeit globaler Veränderungen Freiheit, Sicherheit, Chancen, Zukunft und ein gutes Lebensgefühl geben soll.
Damit das Zusammenleben funktioniert, müssen Grundsätze beachtet und vor allem auch gelebt werden. Die Wiener SPÖ hat eine klare Vorstellung davon, wie diese elementaren Spielregeln des Zusammenlebens und Zusammenhalts in unserer Gesellschaft lauten und sie in den „Wiener Positionen“ zusammengefasst.
Wer in Wien leben will, soll sich auch zu Wien und zu einem Zusammenleben in Respekt und Rücksichtnahme bekennen.
Ein wesentlicher Teil der Wiener Lebensqualität ist ein Zusammenleben, das sich auf eine humanistische Kultur und universelle Grundwerte stützt wie die Gleichstellung von Frauen und Männern, Demokratie, Rechtsstaat, Trennung von Staat und Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften, Gewaltfreiheit, solidarischen Zusammenhalt. Bei aller Weltoffenheit Wiens und Unterschiedlichkeit von Menschen erwarten wir, dass diese Grundwerte und die Menschenrechte von allen in dieser Stadt respektiert werden.
Weil wir das Gemeinsame über das Trennende stellen, Toleranz und Dialog fördern, darf es in Wien keine Ausgrenzung von Menschen geben, keinen Rassismus und keine Diskriminierung. Wir bemühen uns um ein Miteinander auf allen gesellschaftlichen Ebenen und in allen Stadtteilen. Basis dafür sind die Einhaltung gemeinsamer Regeln (Gesetze, Vorschriften, respektvoller Umgang usw.) und die gemeinsame Sprache.
Die gemeinsame Sprache in Wien ist Deutsch. Wer in Wien lebt, muss Deutsch können, um sich in Wien gut verständigen zu können.
Die gemeinsame Sprache der Verständigung in Wien ist Deutsch. Es besteht die Notwendigkeit, Deutsch zu lernen. Die gemeinsame Sprache ist eine wesentliche Voraussetzung für Integration, für ein auf allen Seiten funktionierendes Zusammenleben und eröffnet persönliche und berufliche Aufstiegschancen. Die Stadt unterstützt das Erlernen von Deutsch durch Sprachförderungsmaßnahmen.
Mutter- und Erstsprachen sind ebenso wertvoll wie Fremdsprachen und Mehrsprachigkeit und helfen bei der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Zeitgemäße Einrichtungen wie Kindergarten und Ganztagsschule helfen beim Spracherwerb, der Integration und der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu gebildeten und aufgeschlossenen Erwachsenen.
Wien wächst und ist auf dem Weg zur 2-Millionen-Metropole. Das ist gut so. Internationalität und Weltoffenheit sind die Voraussetzungen, damit Wien erfolgreich bleibt und Chancen auf Arbeit und Wohlstand bietet.
Wirtschaftlicher Erfolg hängt heute mehr denn je vom internationalen Austausch von Waren und Dienstleistungen und von der Mobilität und Bildung von Menschen ab. Vielfalt ist auch in Wien Realität und alles, was die Stadt und unsere Gesellschaft bereichert, ist willkommen. Wien wächst, weil diese Stadt attraktiv ist wie kaum eine andere. Damit alle, die bereits hier leben, Chancen auf gute Arbeit und persönlichen Aufstieg haben, muss Wien ein starker Arbeits- und Wirtschaftsstandort bleiben.
Wo Fachkräfte fehlen, ist Ausbildung notwendig. Wenn Zuwanderung erforderlich ist, muss sie klar geregelt sein und darf nicht zu Lohn- und Sozialdumping führen. Ausbildung und Aufstiegschancen sowie die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen für Menschen, die bereits hier leben, müssen aber Vorrang haben.
Der Zugang zu sozialen Leistungen unserer Stadt und Gesellschaft gilt für alle, die rechtmäßig hier leben. Jede/r muss aber zur Gemeinschaft und zum Erhalt der sozialen Sicherheit für alle beitragen.
Wien hält den Grundwert der Solidarität hoch. Wir SozialdemokratInnen treten für eine gerechte Verteilung aller gesellschaftlichen Chancen und Güter ein. Auch neuen Bürgerinnen, Bürgern und ihren Kindern müssen soziale Sicherheit, Aufstiegschancen und ein besseres Leben ermöglicht werden. Zugleich wird ihr Beitrag zur Gemeinschaft und zum guten Zusammenleben erwartet. Die Leistungen der Zuwanderinnen und Zuwanderer zum gemeinsamen Sozialsystem sind unverzichtbar und stellen sicher, dass dieses auch in Zukunft finanzierbar bleibt.
Alle Bevölkerungsgruppen sollen in Wien aktiv am gesellschaftlichen Leben mitwirken. Sie sollen sich in ihrem privaten Umfeld, in ihrer Arbeitswelt, in öffentlichen Einrichtungen und in der Politik engagieren können.
Im nachbarschaftlichen Zusammenleben, in der Wirtschaft und in öffentlichen Einrichtungen wie dem Gesundheitssystem oder dem Bildungswesen nehmen neue Wienerinnen und Wiener schon heute viele wichtige Aufgaben wahr. Sie tragen damit zum Gemeinwohl und zur Akzeptanz von Zuwanderinnen und Zuwanderern bei. Wir SozialdemokratInnen unterstützen und fördern gesellschaftliches und politisches Engagement aller Menschen in unserer Stadt, weil Demokratie die Voraussetzung für gerechtere Lebensbedingungen ist. Auch in der Politik sollen sich Zuwanderinnen und Zuwanderer engagieren und sichtbar Verantwortung für die Gestaltung des gemeinsamen Lebensumfeldes übernehmen können.
In Wien kann man einer Religion angehören oder auch nicht. Verhaltensweisen, die unseren gesellschaftlichen Regeln und Werten widersprechen, sind aber nicht erwünscht.
Religionen und Weltanschauungen können in Wien frei ausgeübt werden (öffentlich und privat). Das ist ein Menschenrecht. Wir setzen auf den Austausch von Wissen, auf gegenseitigen Respekt und den Abbau von Vorurteilen zwischen Religionen und Kulturen. Aber auch auf eine klare Trennung von Staat und Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften. Religiöser Radikalismus (egal aus welcher Richtung) wird nicht geduldet.