Kinder in der Schule © PID
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"PISA-Ergebnis enttäuschend, aber nicht überraschend"

"Die heute präsentierte PISA-Studie ist für Österreich sehr enttäuschend, aber leider auch wenig überraschend", betonten Wiens Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch und die Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl. Die sozialdemokratischen Jugendorganisationen fordern ein Ende der ÖVP-Blockadepolitik.

"Diese PISA-Studie ist die konsequente Fortschreibung einer negativen Entwicklung, der man nur dann hätte erfolgreich entgegensteuern können, wenn wichtige Reformschritte in der Bildungspolitik rechtzeitig erfolgt wären. Woran dies liegt, ist jedem bekannt: Die Verweigerungshaltung der ÖVP hat zu einem massiven Reformstau geführt!"

"Wenn bei PISA von "Leseschwächen" die Rede ist, kommt man nicht umhin, auf die politischen Leseschwächen der ÖVP-Bildungspolitik zu verweisen", so Oxonitsch und Brandsteidl. "Denn seit Jahren ist in Untersuchungen der OECD nachzulesen: Um international als Schulsystem zu reüssieren, bedarf es einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14jährigen, eines möglichst individualisierten Unterrichts, einer akademischen LehrerInnenausbildung sowie optimalerweise eines ganztägigen Schulsystems."

Gegenüber all diesen Forderungen verhalte sich die Bundes-ÖVP ablehnend bis gleichgültig. "Diese No-go-Politik wirkt sich nicht nur auf Österreichs Abschneiden bei PISA aus, sondern mindert auch massiv die Zukunftschancen österreichischer SchülerInnen in einer globalisierten Wissensgesellschaft."

Wien unternimmt in Abstimmung mit Bildungsministerin Schmied alles, um im eigenen Bundesland das Maximum an Reformvorhaben zu verwirklichen: "Es gibt zwei Rezepte gegen die "österreichische PISA-Krankheit": Gesamtschule und Ganztagsschule. Mit dem massiven Ausbau des Ganztagsschulwesens und der Wiener Mittelschule als zukunftsweisendes Schulmodell für die 10- bis 14jährigen beweist Wien, dass hier alles getan wird, was nötig und möglich ist!" so Oxonitsch und Brandsteidl. "Und dennoch: Um in Österreichs Schulsystem substanziell etwas zu bewegen, braucht es bundesgesetzliche Regelungen, die - leider - ohne die Unterstützung der ÖVP nicht möglich sind: Dazu zählen die Aufhebung der 10-Prozent-Grenze für neue Mittelschulen und die Bereitstellung der dafür notwendigen Mittel!"

Während es in Österreich offenbar als Naturgesetz betrachtet werde, dass manche SchülerInnen weniger können als die anderen, setzen die erfolgreichen PISA-Staaten große Anstrengungen, um allen SchülerInnen eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu ermöglichen. "Genau hier sollte Österreich umdenken, denn ohne eine umfassende Bildungsreform wird es das österreichische Schulwesen ganz sicher nicht zurück auf die Siegerstraße schaffen," so Oxonitsch und Brandsteidl abschließend.

SPÖ Wien-Jugendorganisationen: ÖVP muss Blockadepolitik endlich beenden!
Scharfe Kritik an der "jahrzehntelangen ÖVP-Blockadepolitik auf Kosten von Kindern und Jugendlichen" beim Thema Schule und Bildung übten auch der Wiener SPÖ-Jugendkoordinator, LAbg. Peko Baxant und die Jugendorganisationen der SPÖ Wien. Gleichzeitig forderten sie von der ÖVP eine "sofortige Abkehr von ihrer zukunftsfeindlichen Elitenpolitik" und eine flächendeckende Umsetzung der gemeinsamen Schule der 10-14jährigen.

"Die neusten PISA-Ergebnisse sind alles andere als eine Überraschung. Österreichs Bildungssystem ist eines der konservativsten Europas. Es selektiert zu früh, es fördert keine sozialen Kompetenzen und betont fast ausschließlich die Schwächen der Kinder", stellte der Wiener SPÖ-Jugendkoordinator, LAbg. Peko Baxant fest. "Es mangelt nicht an guten Ideen, Best-Practice Modellen oder fertigen Konzepten. In Wien beweisen wir etwa, dass die neue Wiener Mittelschule 'der Renner' ist. Das Modell ist sowohl bei SchülerInnen als auch bei Eltern sehr beliebt. Wir brauchen dringend mehr dieser Schulen. Doch leider werden seit Jahrzehnten alle Bildungsreformen von der ÖVP blockiert. Dort verteidigt man mit allen Mitteln die Vererbung von Bildung und sozialem Status", führte er weiter aus.

"PISA zeigt deutlich, wohin uns die Bildungspolitik unter ÖVP-Ministerin Gehrer und ihrem Statthalter Neugebauer geführt hat", stellte der Vorsitzende der Jungen Generation Wien, Wilfried Zankl klar, "nämlich in eine stetige Abwärtsspirale, aus der wir nur durch gemeinsamen Einsatz von Bund und Ländern für bessere Schulen und Bildungseinrichtungen ausbrechen können. Das ÖVP-Eliten-System ist nachweislich endgültig gescheitert! Anstatt uns an die erfolgreiche PISA-Staaten anzunähern, fallen unsere SchülerInnen noch weiter zurück."

Stefan Jagsch, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Wien, mahnt rasche Schritte ein: "Fünf vor zwölf - das ist für den Zustand des österreichischen Schulsystems gar kein Ausdruck mehr. Die Konservativen sind mit Blindheit und Taubheit geschlagen, wenn sie jetzt weiter Schulreformen blockieren. Die ÖVP-Eliteschule führt nicht zu besseren Leistungen - sie benachteiligt nur Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Elternhäusern massiv. Die ÖVP-Blockierer haben das österreichische Bildungssystem an den Rand des Abgrunds geführt!"

"Im Vergleich zeigt sich, dass die Länder, die am besten bei PISA abschneiden, alle ein egalitäreres Bildungssystem haben. Ganztagsschule, Gesamtschule und ein freier und offener Hochschulzugang sind Grundpfeiler für eine demokratische und kritische Öffentlichkeit. Es ist traurig, dass gewisse Parteien sich so dagegen sträuben", kritisierte Natascha Strobl, Vorsitzende des VSStÖ Wien. In die gleiche Kerbe stößt Lukas Wedrich,Vorsitzender der aks Wien: "Das Thema Bildung und die Zukunft der jungen Menschen sind viel zu wichtig, als dass hier parteipolitische Egotrips angebracht wären. An der flächendeckenden Gesamtschule - nach finnischem Vorbild - führt kein Weg vorbei. Die gemeinsame Schule der 10 bis 14-Jährigen, und darüber hinaus das Wiener Campus-Modell, die beide im Wiener Regierungsübereinkommen paktiert sind, sind die Schulformen der Zukunft."

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07.12.2010